AD(H)S
Die Diagnose AD(H)S, die Aufmerksamkeitsdefizit(Hyperaktivitäts)Störung, wird bei Menschen vergeben, die Probleme mit der Aufmerksamkeit, Impulsivität und Selbstregulation haben.
Oft wird dies im Kindesalter, mit dem Übergang in die Schule, bemerkt. Es können jedoch genauso Jugendliche und Erwachsene davon betroffen sein.
Schätzungsweise haben weltweit 5,3% der Menschen AD(H)S, wobei Jungen deutlich häufiger diagnostiziert werden als Mädchen.
Bei AD(H)S ist die neuronale Entwicklung anders ausgeprägt.
Früher lag der Fokus hauptsächlich auf dem Verhalten des Betroffenen.
Heute weiß man jedoch, dass es sich bei AD(H)S um ein komplexeres Bild handelt, bei dem die Exekutivfunktionen, das Selbstmanagement-System, betroffen sind.
Exekutivfunktionen sind zentrale kognitive Prozesse, die es uns ermöglichen, zielgerichtetes, geplantes und angepasstes Verhalten zu zeigen. Sie steuern viele Aspekte, wie z. B.
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Arbeitsgedächtnis
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Planen, Priorisieren und Organisieren
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Impulssteuerung und Impulskontrolle
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Selbststeuerung und Selbstkontrolle
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kognitive Flexibilität und Problemlösung
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Aufmerksamkeit und Fokussierung
Kennzeichnend für AD(H)S ist die veränderte Arbeitsweise des Gehirns. Besonders die Signalübertragung und das Belohnungssystem sind davon betroffen. Botenstoffe wie z. B. Dopamin und Noradrenalin werden auf spezifische Weise verarbeitet, was das Verhalten der Betroffenen beeinflusst.
Neben neurobiologischen Aspekten spielen auch die Genetik und familiäre Veranlagungen, sowie Umweltfaktoren und individuelle Prägungen und Erfahrungen eine Rolle.
Bei der Begleitung von Menschen mit AD(H)S ist ein multimodaler Ansatz hilfreich, d. h. es werden verschiedene Aspekte und Möglichkeiten in Betracht gezogen, die auf unterschiedlichen Ebenen wirken.
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